Renaturierung der Nördlichen Martinhoflacke
April 2004 - Juli 2007


Die Nördliche Martinhoflacke, einst eine typische Sodalacke, wurde ca. um 1970 Opfer des „Lackensterbens“. Durch das Phänomen des „Lackensterbens“ hat der Seewinkel im Laufe des 20. Jahrhunderts mehr als 75% seiner einzigartigen Sodalacken verloren. Die Ursache ist die künstliche Absenkung des Grundwasserstandes im Seewinkel. Es kommt zu ungünstigen Veränderungen im Lackenboden, welche letztendlich das Einwandern einer standortfremden Wiesenvegetation zur Folge haben. Ist die Lacke einmal zur Gänze von Vegetation bedeckt, so kann sie (ohne Hilfestellung) nicht wieder in den natürlichen funktionsfähigen Zustand zurückkehren.
Derzeit wird die Nördliche Martinhoflacke mittels einer auf wissenschaftlicher Basis entwickelten Renaturierungsmethode schrittweise in den natürlichen Zustand zurück geführt. Als Ersatz für die in früheren Zeiten reichlich vorhandenen, aber seit der Degradation der Lacke ausbleibenden Sodaausblühungen werden Soda und Glaubersalz in fester Form auf den gefrorenen Lackenboden aufgebracht. Dies geschieht in schonender Weise im Spätwinter. Durch diese Vorgehensweise wird das an die besonderen Bedingungen eines Sodasees angepasste mikrobielle Leben des Lackenbodens stark unterstützt. Die Lacken-Mikroorganismen besitzen die außergewöhnliche Fähigkeit, den in der degradierten Lacke gebildeten Torf samt allen Pflanzenresten abbauen zu können. Dadurch gewinnt die mit Torf und Erde weitgehend aufgefüllte Lackenwanne im Laufe weniger Jahre ihre ursprüngliche Tiefe zurück. Begleitet werden die Maßnahmen durch ein wissenschaftliches Monitoring (limnologische, mikrobiologische, vegetationsökologische, ornithologische und chemische Studien).

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Der zu beobachtende Fortschritt der Renaturierung gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Nördliche Martinhoflacke (die als Modellsystem für alle anderen degradierten Seewinkellacken zu betrachten ist) im Laufe einiger Jahre in den ökologisch voll funktionsfähigen Zustand zurückfinden wird. Dadurch wird sich mittelfristig auch die Halophytenflora in der Umgebung der Lacke erholen.
Der nachhaltige Erfolg des Renaturierungsversuchs ist eng an ein verbessertes Management des Grundwassers gebunden. Begleitend sind daher wasserbauliche Maßnahmen zu treffen, die den Grundwasserpegel im Hochsommer soweit stabilisieren, dass zur Zeit des Trockenliegens das Grundwasser dennoch die Durchfeuchtung des Sediments übernimmt. Nur so können Salze an der Oberfläche ausblühen - jener Prozess während der Trockenphase, der die Lacke für das darauffolgende Jahr wieder mit Salzen versorgt.
H O M E